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Richtig kondolieren

Richtig kondolieren

Vielen Menschen fällt es schwer, in einem Todesfall den Trauernden ihr Beileid zu bekunden. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen oder haben Angst, das Falsche zu sagen. Dabei ist bei einer Kondolenzbekundung vor allem eines wichtig: Ehrlich und aufrichtig zu sein. Floskeln, die nicht von Herzen kommen, wirken unaufrichtig.

Kondolieren bedeutet, dass man den Schmerz des Trauernden mitempfindet. Doch wie kondoliert man richtig und was kann man dabei falsch machen?

Ehrlichkeit ist wichtig

Alles ist besser, als gar nichts zu sagen und das Thema zu umgehen. Trauernde brauchen Unterstützung und das Gefühl, dass jemand für sie da ist. Wenn Personen vermeiden, ihr Beileid zu bekunden oder mit der hinterbliebenen Person zu sprechen, wird diese das Gefühl haben, sie würde im Stich gelassen werden.

Oftmals hilft es schon, einfach nur da zu sein. Zuhören und bei der trauernden Person zu sein, ist ein starkes Zeichen von Mitgefühl und Unterstützung. Natürlich bedarf es auch etwas Einfühlungsvermögen. Am besten ist in solchen Situationen, auf sein Bauchgefühl zu hören. Wenn man nicht weiss, was man sagen soll, dann kann man dies auch mitteilen. Ein «mir fehlen gerade die Worte» ist immer besser, als eine auswendig gelernte Floskel, die man gar nicht ernst meint. Ehrlich zu sein, die eigenen Gefühle und Gedanken zeigen, hilft anderen Menschen. Wenn einem nichts einfällt, kann man auch einfach erstmal nichts sagen, nur da sein und der trauernden Person zuhören.

Nicht anders behandeln oder meiden

Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit Trauernden umgehen sollen und gehen ihnen dann aus dem Weg. Doch es gibt für Trauernde fast nichts Schlimmeres, als gemieden oder wie eine fremde Person behandelt zu werden. Dann fühlen sie sich erst recht einsam und verlassen und dieses Gefühl haben sie durch ihren Verlust gerade erst erfahren.

Eigene Erfahrungen zurückstellen

Freunde, Familie und Angehörige geben den Trauernden Kraft in der Trauerzeit. Allein durch ihr blosses Dasein, Zuhören oder durch Hilfeleistungen helfen sie der hinterbliebenen Person sehr. Wenn man nicht weiss, was man ausser «Es tut mir so leid.» sagen soll, dann ist dies völlig in Ordnung. Auch das Wiedergeben von positiven Erinnerungen an die verstorbene Person hilft trauernden Menschen und kann sie sogar kurzzeitig aufmuntern.

Es sollte nicht danach gefragt werden, wie genau der Tod sich zugetragen hat. Denn dann muss die trauernde Person all diese schrecklichen Erinnerungen noch einmal durchleben und wiederholen. Zudem ist es ratsam, nicht von sich selbst oder den eigenen Erfahrungen im Umgang mit dem Tod zu sprechen. Jeder empfindet und durchlebt Trauer anders. Dem einen hilft der Glaube in Zeiten der Trauer, dem anderen nicht. Daher ist es ratsam, niemandem die eigenen Erfahrungen «aufzuzwingen», sondern ihn so trauern zu lassen, wie es für ihn stimmt.

Keine Floskeln oder Parolen nutzen

Ebenso sollten Parolen des Durchhaltens wie «Das wird schon wieder» oder «Das hat alles seinen Sinn gehabt» vermieden werden. Derartige Aussagen erzeugen eher Wut in der trauernden Person, als dass sie sie trösten. Es verletzt Trauernde, solche Aussagen zu hören, denn sie spielen den Tod des Verstorbenen und die Trauer um ihn herunter.

Emotionen zulassen

Wenn die trauernde Person in Tränen ausbricht, wissen viele Menschen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Auch hier ist einfach angebracht, auf sein Bauchgefühl zu hören. Wenn einem selbst auch die Tränen kommen, muss man diese nicht unterdrücken, sondern seine Gefühle zulassen. Genauso tröstend ist es für die trauernde Person, wenn sie einfach nur in den Arm genommen wird. Oder wenn ihr zugehört wird.

Einfach für die hinterbliebene Person da zu sein, hilft ungemein. Dabei muss kein erzwungenen Themenwechsel herbeigeführt oder krampfhaft versucht werden, die Trauernden auf andere Gedanken zu bringen. Emotionen sind wichtig im Trauerprozess und dürfen nicht unterdrückt werden.

Hilfe anbieten und präsent sein

Sich bei den Trauernden immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, indem beispielsweise Hilfe angeboten wird, ist eine gute Idee. Dies kann in Form von Unterstützung bei den Beerdigungs-Angelegenheiten sein, aber genauso auch einfach nur ein Besuch, ein Spaziergang oder eine andere Unternehmung mit ihr sein. Auch wenn diese Angebote anfangs nicht angenommen werden, irgendwann wird sie sich darüber freuen und sie akzeptieren. Und selbst wenn nicht: Die Präsenz einer vertrauten Person vermittelt den Trauernden dass jemand für sie da ist, nachdem sie gerade verlassen wurden. Das spendet Kraft und Hoffnung.

Insgesamt ist es wichtig, keinen Druck aufzubauen, sondern vor allem Mitgefühl, Verständnis und Unterstützung zu vermitteln. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sind die wichtigsten Aspekte, wenn es darum geht, das eigene Beileid zu zeigen.

Wem kondoliert man schriftlich, wem persönlich?

Je nachdem, wie nahe man den Angehörigen einer verstorbenen Person steht, erfolgt die Kondolenzbekundung. Grundsätzlich kann man immer eine schriftliche Kondolenzkarte verschicken, auch wenn man persönlich bereits sein Beileid bekundet hat.

Meistens kondolieren Arbeitskollegen oder entferntere Bekannte der verstorbenen Person schriftlich. Die engeren Bekannten und Freunde sowie Familie kondolieren in der Regel persönlich (und oft auch zusätzlich schriftlich).

Bei der schriftlichen Kondolenzbekundung ist es wichtig, ehrliche Worte zu nutzen und keine vorgegebenen Phrasen zu verwenden. Schreiben Sie, was Sie fühlen, wenn Sie an die verstorbene Person denken. Nutzen Sie dazu besonders schönes Papier und Karten, die der verstorbenen Person eine besondere Ehre erweisen.

Geld in Kondolenzkarte legen?

In manchen Orten oder Regionen ist es üblich, der schriftlichen Kondolenzbekundung Geld beizulegen. Es sollte vorher in Erfahrung gebracht werden, ob diese Geste bei Ihnen im Umkreis angebracht ist oder nicht. Generell gilt: Wenn Sie die Trauernden finanziell unterstützen möchten ist es oftmals besser, wenn Sie diese direkt fragen, ob Sie sich zum Beispiel an der Grabgestaltung oder an der Kaffeerunde nach der Trauerfeier beteiligen dürfen.

Oder Sie übernehmen einfach direkt die Kosten und sagen es den Trauernden erst hinterher. Ein Geldschein in der Kondolenzkarte kann von einigen Menschen auch falsch aufgefasst werden und pietätlos wirken. Daher ist dieser Aspekt vorher immer genau abzuwägen.

Text- und Versbeispiele für Kondolenzbekundungen

  • In stiller Anteilnahme … Name
  • Wir fühlen mit Euch. Ein erfülltes, langes Leben ging zu Ende. Wir sind dankbar für jedes
    Lächeln und die aufmunternden Worte von … Name … Wir sind dankbar sie/ihn gekannt zu haben
  • Ich habe einen hohen Berg erstiegen, der euch noch Mühe macht, drum weinet nicht um mich ihr Lieben, ich habe mein Werk vollbracht.
  • Eure Tränen werden trocknen und ihr werdet glücklich sein ihn/sie gehabt zu haben. Die Erinnerungen wird euch niemand nehmen können. Er/Sie fehlt uns.
  • Wenn ein wichtiger Mensch für immer geht, will man es einfach nicht begreifen. Die Welt scheint still zu stehen. So erging es auch uns, als wir vom Ableben deiner Frau (deines Bruders, deiner Schwester, Tochter) hörten. Ihr/Sein nettes Lachen und ihre/seine liebe Art werden uns fehlen, aber für immer in unserem Gedächtnis bleiben. Sie/Er war ein stets hilfsbereiter, freundlicher Mensch.
  • Gerne stehen wir dir/euch in diesen schweren Stunden zur Seite. Gib/Gebt uns ein Zeichen, damit wir wissen, dass du/ihr unsere Hilfe möchtest/möchtet. In Dankbarkeit werden wir gerne an deine/n Frau/Mutter/Tochter/Bruder zurückdenken.
  • Alles im Leben hat seine Zeit. Nur leider ist diese oft zu schnell vorbei. Wir trauern mit dir/euch um eine/n geliebte/n Mutter/Vater/Schwester/Bruder/Freundin. Der unerwartete Tod hat uns sehr betroffen gemacht und wir wollen auf diese Weise unser herzliches und aufrichtiges Beileid aussprechen.
  • Wenn die Zeit vollendet ist und ein lieber Mensch von uns geht, verliert die Sonne ihren wärmenden Schein und wir trauern in der Dunkelheit dieser lichtlosen Tage.

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